BHKW - Nutzungsarten

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Einführung



Die meisten BHKW-Interessenten haben schon eine feste Meinung über die richtige Nutzungsart ihres zukünftigen Blockheizkraftwerkes. Diese Gruppe wird sich kaum von einer anderen Meinung überzeugen lassen. Den Unentschlossenen sei gesagt:
Grundsätzlich hat jede Nutzungsart ihre Berechtigung.

Am bekanntesten ist sicherlich der Netzparallelbetrieb. Dabei gibt es zwei Varianten. Die Vollstromeinspeisung und die Überstromeinspeisung.

Neben dem Netzparallelbetrieb kann optional der Inselbetrieb möglich gemacht werden. Man wäre dann für den Notfall mit Strom und Wärme versorgt.

Der Inselbetrieb kann aber auch alleine, ohne das öffentliches Netz durchgeführt werden. Nämlich vollständig autark.



Der Netzparallelbetrieb



Die häufigste Nutzungsart ist der Netzparallelbetrieb.

Die Namensgebung bezieht sich auf die elektrische Verwendung der Energie. Die Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist und zwar parallel mit allen anderen Kraftwerken.

Eingespeist wird nicht permanent, sondern erst wenn ein Wärmebedarf vorliegt. Das wird nachvollziehbar, wenn man bedenkt, das das Kraftwerk Strom und Wärme erzeugt. Der Wirkungsgrad ist am größten, wenn der gesamte Strom und die gesamte Wärme genutzt werden kann. Das ist der Fall, wenn erstens der Wärmebedarf im Eigenheim vorhanden ist, und zweitens, wenn der Strom vollständig eingespeist oder selbst genutzt wird. Da man davon ausgehen kann, das im Netzparallelbetrieb der Strom immer vollständig genutzt werden kann, geht es nur noch um die Wärmenutzung. Das Kraftwerk wird also nur gestartet, wenn die Bedingung Wärme da ist. In diesem Zusammenhang spricht man von Wärme geführt.

Eben sind wir davon ausgegangen, das der erzeugte Strom vollständig in das öffentliche Netz eingespeist wird. Das muss aber nicht sein. Eine andere Alternative lautet: Die elektrische Energie wird selbst genutzt, soweit das wirtschaftlich sinnvoll ist. Der nicht genutzte Anteil der bis zum Volllastbetrieb offen ist, wird in das öffentliche Netz eingespeist. Man erhält dann aber nur noch für diesen kleineren Teil eine Vergütung. Auf der anderen Seite reduziert sich aber der Bezug vom Strom, und man spart an den Stromkosten. Welches Verfahren dabei für den einzelnen am günstigsten ist, lesen sie hier:
Vollstrom- Überstromeinspeisung.

Wer die Zusammenhänge beim Netzparallelbetrieb näher kennen lernen möchte, lese: Wie funktioniert die Netzeinspeisung




Der Inselbetrieb



Der Inselbetrieb wird auch als Notstrombetrieb bezeichnet. Der Unterschied liegt in der Nutzung der elektrischen Energie. Wie richtig vermutet wurde, kann der mit dem BHKW erzeugte Strom selbst genutzt werden, wenn das BHKW diese Option vorsieht.

Der Einsatz findet statt, wenn die Straße unachtsam aufgerissen wurde, ein Atomkraftwerk brennt, die Hochspannungsleitungen die Last vom Schnee nicht mehr tragen können und der Schnee die Leitungen mitsamt den Hochspannungsmasten zum Grund reißt, das routinemäßige Abschalten eines Großkraftwerkes zu einer Kettenreaktion führt, und halb Europa stromlos macht, oder weil osteuropäische Zustände auch hier langsam normal werden. Lesen sie dazu auch:
Schutz gegen Stromausfall

Der Inselbetrieb- Notstrombetrieb sollte als Option in einer zunehmend unsicheren Zeit gesehen werden. Ein Stromausfall in der Größenordnung von 5h ist für die meisten Haushalte einigermaßen zu überbrücken. Im Schweinestall geht es dann schon um Leben und Tod. Im Winter ist nach spätestens 10h ein Haus unangenehm kalt. Im Sommer würden nach dieser Zeit die Lebensmittel im Kühlschrank über 18°C sein.

Sollte es zu einem Stromausfall kommen, und die Möglichkeit für den Inselbetrieb ist vorhanden, wird einfach umgeschaltet, und das Leben geht weiter. Na ja,- zumindest beinahe. Denn die sich bei ihnen versammelnde Nachbarschaft will ja auch leben.



Der Inselbetrieb voll Autark



Elektrisch autark ist, wer vollständig auf die öffentliche Stromversorgung verzichtet.

Es gibt zwei Wege um in eine solche Situation zu geraten. Der erste ist gezwungener Art. Ein Haus hoch oben auf dem Berg und weit und breit kein Kabel. Man ist also gezwungen seinen elektrischen Bedarf selbst zu erzeugen.

Im umgekehrten Fall, handelt es sich um den Bezwinger. Also die freiwillig gewählte Enthaltsamkeit vom Strom. Das kann aus ideologischen oder anderen Gründen durchgezogen werden. Das es sich dabei um ein echtes Abenteuer handelt, kann man sich gar nicht so recht vorstellen, handelt es sich doch bloß um Strom.

Da man grundsätzlich 24h am Tag elektrische Energie braucht und aus Kostengründen nicht die ganze Zeit das Kraftwerk laufen lassen kann, muss eine gewisse Menge elektrische Energie in einem entsprechend großem Akkumulator gespeichert werden.

Das kann ein 24V oder 48V Akkumulator sein. Dafür braucht man erstens ein geeignetes Ladegerät um die Energie in den Akku hinein zubekommen. Und zweitens einen Wechselrichter. Der ist dafür zuständig, das die im Akku zwischengespeicherte Energie in eine Wechselspannung gewandelt wird, die für alle Haushaltsgeräte geeignet ist.

Wenn man eine 230V Wechselspannung in einem Akkumulator speichern könnte, wäre der Wechselrichter und das Ladegerät nicht nötig. Das ist jedoch nicht möglich.

Leider gibt es darüber hinaus einige bockige Geräte, die sich gar nicht mit einem BHKW oder Wechselrichter anfreunden können. Zumeist liegt es an der sehr hohen Anlaufströmen, die schlecht bereitgestellt werden können kann.

Das sind zwar alles Probleme die man in den Griff bekommt, aber es soll mit diesen wenigen Hinweisen deutlich werden, das diese Betriebsart nicht für jedermann zu empfehlen ist. Man ist mit zu vielen Problemen auf einmal beschäftigt. Neben den oben genannten muss das Verbrauchsverhalten analysiert und höchstwahrscheinlich umgestellt werden. Es gilt das richtige BHKW zu wählen, wie groß die richtige Batterie und der entsprechende Wechselrichter sein muss. Der Elektroherd muss gegen einen Gasherd getauscht werden. Und noch einige andere Dinge, an die man nicht denkt, weil das einfach Neuland ist.

Wer jedoch nicht die Möglichkeit hat, auf andere Weise ins Guinness Buch zu kommen, der hat mit einem BHKW ohne öffentliche Stromversorgung gewisse Chancen.

Wer sich nicht warnen lassen will, eines der letzten Abenteuer dieser Erde zu bestehen, empfehle ich, das er zuerst mit dem gewöhnlichen Inselbetrieb anfängt.

Das BHKW wird gebaut und man verbraucht ohne Behördentamtam seine selbst erzeugte Energie. Nachdem das BHKW startbereit ist, beginnt der Probebetrieb. Nun trennt man sich möglichst zur Hauptverbrauchszeit vom öffentlichen Netz. Das ist zwischen 11:00 und 13:30 Uhr. Nach dem Start des BHKW wird fleißig Strom für Waschmaschine, Herd, Trockner und Spülmaschine verbraucht. In der Zwischenzeit wird mit der Abwärme der Warmwasserspeicher gefüllt. Sollte der Speicher noch nicht auf Maximaltemperatur sein, wird am Ende der Hauptverbrauchszeit das BHKW abgeschaltet. Sollte der Warmwasserbedarf vorzeitig gedeckt sein, wird das BHKW automatisch abgeschaltet. Dann wird wieder zurück auf das öffentliche Netz geschaltet.

Danach erwirbt man sich Ladegerät, Akkumulatorbank und Wechselrichter um auch im ausgeschalteten Zustand Strom zu haben.

Im dann folgenden Probebetrieb wird die Akkumulatorbank mit BHKW Strom geladen. Nach dem Abschalten wird nicht auf das EVU umgeschaltet, sondern mit dem Strom aus den Akkumulatoren gearbeitet. Das Umschalten auf EVU Strom dient dann nur noch als Versorgungssicherheit. Alles wird optimiert und irgendwann kommt der Tag des Abnabelns. Der Anruf beim EVU...
(Empfehlen möchten wir das nicht. Wie wohl uns einige Nutzer bekannt sind, die diese Hürden genommen haben.)



Zusammenfassung


Sicher weiß jetzt jeder was er tun möchte.

Noch zu erwähnen ist der Sommer,- Winterbetrieb. Im Sommer fällt weit mehr Wärme an, als das man sie ertragen kann. Das Kraftwerk wird daher nur alle 2-4 Tage gestartet um den Brauchwasserspeicher aufzuheizen. Im Netzparallelbetrieb gibt es da keine Probleme, da das Kraftwerk nur bei Wärmebedarf gestartet wird.

Wer voll autark im Sommer Strom benötigt, muss sich Gedanken machen, was er mit der Wärme machen will. Die Fenster öffnen, so das die Wärme entweichen kann und gleichzeitig alle Fliegen der Umgebung angelockt werden, wäre eine Möglichkeit, die sicher keiner ernsthaft bis zum Ende durchdenkt. Alternativ kann mit einem Notkühler die Wärme weggeblasen werden. Ideal wäre jedoch ein Saisonspeicher, dem man die Wärme im Winter wieder entziehen kann. Das ist mit einem großen Wassertank zu realisieren. Es gibt aber auch die Alternative Erdwärmespeicher.

Aber das wäre ein neues Projekt.




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